Fehler
  • Fehler beim Laden des Feeds

Flughafen Bozen: Sinn oder Unsinn?

geschrieben von  Horst Völser am Freitag, 19 Februar 2016

Der Flughafen Bozen war bisher eine Folge von negativen Erlebnissen: zu klein, zu teuer, nicht ausgelastet, ……….. Und nun soll er auch noch ausgebaut werden.

Warum brauchen wir denn einen Flughafen?

Lassen Sie mich zurückdenken an den Bau der „MEBO“. Viele Mitbürger waren strikt dagegen. Die Proteste waren unüberhörbar und doch wurde sie gebaut, dank weitsichtiger Personen in den entscheidenden Gremien. Wer kann sich die MEBO heute noch wegdenken?

Das Thema Flughafen ist ähnlich. Von vielen Seiten hört mach Aussagen wie „Warum brauchen wir denn den Flughafen? Wir sind bequem in 90 Minuten in Verona oder Innsbruck. Die Flughäfen dort sind gut ausgebaut, die Fahrt durch die romantischen Täler entspannend. Das sollte doch ausreichen, oder?“

Ein erweiterter Flughafen wird Geld kosten. Geld, das zwar teilweise aus dem Haushalt des Landes kommt, allerdings in mehrfach wieder zurückfließen wird. Sei es in direkter Wertschöpfung durch die Lohnsteuern, durch die dafür arbeitenden Betriebe in Form von Gewinn- und Einkommensteuern, als auch in indirekter Form, die noch viel mehr bringen wird:

Da ist einerseits der Tourismus, der vom Flughafen kräftig profitieren wird. Und der Tourismus ist unbestritten die Lokomotive der Wirtschaft in Südtirol. Sind die Betten, die Plätze im Restaurant, die Lifte gut ausgelastet, so wird weiter investiert. Die gesamte Wirtschaft profitiert davon.

Ein weiteres bisher nur am Rande bedachtes Argument ist jenes der annähernd 300 Betriebe aus dem Ausland, die ihren Sitz in Südtirol haben. Sie fühlen sich hier „wohler“ als im restlichen Staatsgebiet, durch die deutsche Sprache und die insgesamt zuverlässige Art der Arbeit. Südtirol bietet sich somit als Brückenkopf an. Die Wertschöpfung dieser Unternehmen, also der Anteil am Bruttosozialprodukt, ist wesentlich und trägt zu unserer aller Wohlstand bei.

Wollen wir ganz bewusst auf diese Gelder, die ein Mehrfaches der Kosten des Flughafens betragen, verzichten? Wollen wir die weitere Abwanderung von Unternehmen nach Verona oder Innsbruck in Kauf nehmen, nur weil wir keinen Flughafen wollen? Das Verhalten der Flughafengegner interpretiere ich als kurzfristige Denkweise: kurzfristig wird Südtirol der Flughafen nicht besonders fehlen, langfristig werden wir allerdings negative Folgen wirtschaftlicher Natur akzeptieren müssen.

Ein weiteres Argument sei mir gestattet…was ist schädlicher: mehr als hundert PKWs, die in Richtung Innsbruck und in Richtung Verona fahren oder ein Flugzeug das in Bozen startet oder landet?

Wir sollten alle Argumente abwägen und nicht einseitige Betrachtungen anstellen. 

Gelesen 923 mal
Artikel bewerten
(5 Stimmen)
Kategorie » Lebensqualität
Share if you like it on your social media
Horst Völser Besuchen Sie Horst Völser auf roiteam.com
von Horst Völser

Kommentare

2 Kommentare

  • Horst Völser

    Sehr geehrter Herr Unterthurner,

    zuallererst vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Antwort auf meinen Blog. Finde es gut, wenn jemand widerspricht und vor allem dann, wenn ich durch die Antwort erkenne, dass meine Aussage nicht korrekt geschrieben war. Bitte entschuldigen Sie dies.
    Damit meine ich den Passus Fahrt von 100 Personen von Bozen nach Innsbruck und von Bozen nach Verona, das sind 200 PKWs. Ich meinte nicht, dass ein Flug nach Innsbruck oder Verona das Problem löst, sondern dass der Abflug von Bozen nach Frankfurt, Berlin, Rom, Wien den Transit verringert. Es ist nachweisbar, dass diese 200 PKWS (hin und retour sind 400 Fahrten) mehr schädliche Abgase verursachen als die wenigen geplanten Starts und Landungen.
    Die 100 Personen erlaube ich mir als Untergrenze anzusehen. Bin in den Jahren 2003 bis 2008 fast wöchentlich von Innsbruck / Verona geflogen. Aktuell fliege ich weniger, trotzdem bleibe ich dabei: die Zahl von 100 Personen ist eine bescheidene, vermutlich zu geringe Zahl. Der Flughafen in Innsbruck ist sicher in der Lage, dies genauer zu belegen.
    Was die Kosten und die Erträge betrifft, so bin ich gerne bereit, mich mit Ihnen zu treffen. Würde mich sehr interessieren, Ihre Zahlen kennen zu lernen und diese mit den mir vorliegenden zu vergleichen.
    Was den Nutzen anbetrifft, so bestätige ich meine Überzeugung, dass der indirekte Nutzen für Südtirol hoch sein wird. Auch hier gerne ein Gespräch.

    Horst Völser

    Horst Völser | Dienstag, 23 Februar 2016 07:30
  • Hermann Unterthurner

    Sehr geehrter Herr Völser,

    vorweg, Ihre Argumente scheinen mir leider etwas aus der Luft gegriffen.

    Den Bau der MEBO mit dem Ausbau des Flughafens zu vergleichen finde ich hier äußerst unpassend. Die Südtiroler Bevölkerung, vorallem aber aus dem Raum Burggrafenamt und anschliesßende Täler, profitieren von dieser wichtigen Anbindung enorm. Allerdings sehe ich keinen zusätzlichen Nutzen für den Bürger im Ausbau des Flughafens, da es ungewiss ist ob überhaupt eine Luftfahrtgesellschaft den Flughafen anfliegen wird. Für die Wirtschaft (hier produzierendes Gewerbe) mag es sein, dass man durch einen größeren Flughafen profitiern würde, allerdings nicht aus touristischer Sicht. Es liegt kein einziges Angebot einer Fluggesellschaft vor und wahrscheinlich wird es auch nie ein rentables Angebot geben, da der Flughafen strategisch wie auch geographisch von anderen Flughäfem dominiert wird.

    Auch der Vergleich mit den hundert Autos sehe ich sehr kritisch, gerade Von Ihnen als Unternehmensberater kann man sich wohl einen etwas passendern Verleich erwarten. Ein Flug nach Innsbruck wird sich für 95% der Bevölkerung nie rentieren, mit der Annahme dass 100 Leute nur nach Innsbruck fahren. Sollten 100 Leute aus Südtirol Ihrer Schätzung mach von Innsbruck abfliegen, so scheint mir die Zahl doch sehr aus der Luft gegriffen.

    Ja man sollte immer Argumente beider Seiten gewichten und vergleichen, jedoch nicht Birnen mit Äpfel vergleichen. Die Synergien dieses Flughafens für Wirtschaft und Bevölkerung sowie der Nutzen aus dem Flughafen liegen laut meiner Rechnung leider noch deutlich unter den Kosten, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehern. Man sollte in Südtirol endlich mit einer richtigen Kostenkalkulation anfangen und nocht nir Träumen. Hochmut kommt vor dem Fall, war übrigens bei unserer Südtiroler Fluggesellschaft auch so.

    Hermann Unterthurner | Freitag, 19 Februar 2016 20:52

Schreibe einen Kommentar

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir und unsere Partner verwenden Cookies, um unsere Dienste zu erbringen und Ihnen Werbung entsprechend Ihrer Interessen anzuzeigen. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie in unseren Cookie-Richtlinien. Durch die Nutzung unserer Internetseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.

RETURN ON BLOG
Rund um Südtirol´s Wirtschaft
für Unternehmen, Unternehmer,
Führungskräfte & Interessierte.

ROI TEAM CONSULTANT GMBH
Siemens Straße 23
I - 39100 Bozen (BZ)
Südtirol / Italien

E-Mail        info@roiteam.com
Website    www.roiteam.com